1. Juli 2016 Ernst Molkenthin

Industriebrache Alsen

<xml></xml>Industriebrache Alsen

Um die Gegenwart zu verstehen ist es manchmal notwendig die Vergangenheit zu betrachten.

Das Alsengelände beschäftigt die Itzehoer Kommunalpolitik schon seit Jahrzehnten. Am Anfang stand ein Zementwerk das die Profitmaximierung aus Sicht der Unternehmensleistung nicht mehr erbrachte.

Alsen wurde umstrukturiert und zum Holcim Konzern umgebaut. Der Hauptsitz nach Lägerdorf verlagert. Das Itzehoer Werk verlassen und sich selbst überlassen.

Es folgte eine Jahrzehntelange unschöne Industriebrache, die durch mangelhafte Sicherung sogar ein Menschenleben kostete. Mangelnde Aufsichtspflicht oder Betreiberhaftung, das war hier die Frage. 

Das Ergebnis wurde nie groß publiziert.

Die Industriebrache hat es auch nie zum Touristenmagnet für Itzehoe geschafft.

Was also tun? 

Durch eine wundersame Fügung gelangte ein Teil des Grundstücks in Itzehoer Besitz. Dieses Teilstück wurde für 125000 DM verkauft. Nach einigen politischen Wirrungen wurde das gleiche Grundstück für sage und schreibe 1,25 Millionen € zurück gekauft. Die Abwicklung übernahm ein diskretes Anwaltskonsortium aus Pinneberg. 

Wer hat uns dieses Grundstück für 1,25 Millionen € angedreht?

Cui Bono ?

Wer Gewissheit sucht muss in den Protokollen im Archiv der Stadt Itzehoe nachlesen. Damals gab es noch Protokolle mit Aussagekraft. Was machte nun die neue politische Mehrheit mit einem so teuren Grundstück?

Der Mehrheitsbeschluss zum Haus der Jugend wurde kurzer Hand gekippt um das ,,Treibhaus" als die richtige Aufwertung für die Industriebrache und vor allen Dingen als Rechtfertigung für bereits erhaltene Fördergelder zum Stadtumbau des Landes SH ins Spiel gebracht. Der Rest durch Bürgerbegehren und folgendem Bürgerentscheid ist allen bekannt. 

Jetzt bekommt das teure Grundstück eine Rasen oder Grünfläche mit großzügigen Wegen, also blühende Landschaften. DIE LINKE unterstützt diese Lösung als Schlussstrich unter einer unrühmlichen allerdings für die Bürger teuren Politiksatire  - bleibt bloß die Frage warum hat Holcim als Rechtsnachfolger von Alsen - Zement diese Fläche nicht selbst geräumt? Oder mussten ,,Fördergelder beantragt werden um die Fläche zu räumen?

Warum müssen immer Steuergelder aufgewendet werden, um Unternehmer Versäumnisse auszugleichen?

Wieder Fragen eines lesenden Arbeiters.