1. Januar 2017 Ernst Molkenthin

Rundbrief an unsere Mitglieder Im Kreis Steinburg

Liebe Genossinnen und Genossen,

das Jahr 2016 neigt sich zum Jahreswechsel. Es ist wie jedes Jahr nur eine Zahl. Der Jahreswechsel ist ein Anlass, zurückzuschauen. Wir werden daran erinnert, wie lange wir schon im Kampf stehen gegen Kriegstreiber, gegen Not und Unglück und Ungerechtigkeiten in der Welt und auch in unserer Gesellschaft. Von unseren Schwierigkeiten und Hoffnungen spricht das Gedicht von Bertold Brecht, das wir auf der Rückseite wiedergeben. Wir haben auch Erfolge gehabt. DIE LINKE ist stärker geworden; unsere Argumente werden in der Öffentlichkeit, in den Medien zunehmend wahrgenommen. Auf unserer kommunaler Ebene, in Itzehoe und im Kreis haben wir einiges erreicht. Wir wollen an dieser Stelle keine Nabelschau vornehmen, sondern wir möchten Euch allen für Eure Mitgliedschaft und Unterstützung danken.

Liebe Genossinnen und Genossen,

wir blicken gemeinsam nach vorne in das Jahr 2017 und 2018 – es stehen für uns große Aufgaben bevor. Am 7. Mai 2017 wollen wir wieder mit einer Fraktion in den Landtag Schleswig Holstein einziehen. Die nächste große Aufgabe für uns alle wird der Bundestagswahlkampf und die Wahl im September 2017 zum Bundestag sein. Es ist wichtig, mit einer verstärkten Fraktion im Bundestag einen Politikwechsel herbei zu führen und gleichzeitig zu erreichen, dass die aufkommenden Faschisten in ihren verschiedenen Verkleidungen, die sich AFD nennen, endlich gestoppt werden. Was uns bevorsteht, sind große Herausforderungen für uns. Das kostet Kraft. Aber es lohnt sich. Jetzt erst mal stehen Weihnachten und der Jahreswechsel vor der Tür. Der Kreisvorstand Steinburg DIE LINKE wünscht uns allen ein in jeder Hinsicht gutes, ein glückliches neues Jahr!


Mit herzlichen und solidarischen Grüßen
Euer Kreisvorstand

Ernst Molkenthin
Marianne Schelenz
Ulrich Kypke
Karl-Eduard Mutschall



An den Schwankenden
Berthold Brecht

Du sagst:
Es steht schlecht um unsere Sache.
Die Finsternis nimmt zu. Die Kräfte nehmen ab.
Jetzt, nachdem wir so viele Jahre gearbeitet haben
Sind wir in schwierigerer Lage als am Anfang.


Der Feind aber steht stärker da denn jemals.
Seine Kräfte scheinen gewachsen. Er hat ein unbesiegliches Aussehen angenommen.
Wir aber haben Fehler gemacht, es ist nicht zu leugnen.
Unsere Zahl schwindet hin.


Unsere Parolen sind in Unordnung. Einen Teil unserer Wörter
Hat der Feind verdreht bis zur Unkenntlichkeit.
Was ist jetzt falsch von dem, was wir gesagt haben -
Einiges oder alles?


Auf wen rechnen wir noch? Sind wir Übriggebliebene, herausgeschleudert
Aus dem lebendigen Fluss? Werden wir zurückbleiben
Keinen mehr verstehend und von keinem verstanden?
Müssen wir Glück haben?

 

So fragst du.
Erwarte Keine andere Antwort als die deine!

Bertold Brecht
1898-1956


... und dann noch ein Wort zur Debatte um das Rentensystem
Wir denken, die Zeit ist reif zu erkennen, dass das heutige Rentensystem nicht mit Flickschusterei zu retten ist. Auch wenn wir Deutschen eine Revolution scheuen wie der Teufel das Weihwasser, müssen wir erkennen, dass unser Rentensystem vom Kopf auf die Füße gestellt werden muss.

Lösung: Wir leben alle in einem Land, also müssen wir nach dem Prinzip "die stärksten Schultern tragen die größten Lasten" verfahren. Das bedeutet, alle Menschen dieses Landes zahlen in eine zweckgebundene Rentenkasse ein, und dann wird umverteilt, und wenn ich sage "alle", dann meine ich auch alle.

Alle zahlen prozentual nach der Höhe ihres Einkommens ein, von der Kanzlerin bis zum Hilfsarbeiter. Es gibt keine Pensionen mehr. Dann haben wir einen Rententopf, der randvoll ist, und alle können einem gesicherten, würdigen Rentenalter entgegensehen. Selbstverständlich ist dann auch eine Rente mit 63 Jahren möglich.